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Zahnheilkunde

Bis zu 50% und mehr unserer Heim- und Haustiere weisen Erkrankungen der Zähne oder des Zahnhalteapparates auf. Diese Erkrankungen können auf die Maulhöhle lokal begrenzt Probleme bereiten, aber auch weitere Organsysteme wie den Herz-Kreislaufapparat, die Nieren und das harnableitende System, sowie den Magen-Darmtrakt mitbelasten. Damit stellt die Maulhöhle das meist erkrankte Organ unserer Tiere dar. Aus diesen Gründen und aus einem persönlichen Interesse heraus, gilt unser besonderes Augenmerk der Zahnheilkunde. Sie ist seit Beginn unserer Praxistätigkeit einer der Schwerpunkte in unserem Leistungsangebot.

Wir bieten für Ihren Hund, Ihre Katze und Ihre Heimtiere professionelle Zahnreinigung, Prophylaxe, Zahnfleischbehandlungen, Lasereinsatz, Vitalamputationen, Endodontie, Zahnfüllungen frakturierter Zähne, Zahnaufbau frakturierter Zähne, Zahnextraktionen mittels Separierung, Wurzelextraktionen, Wurzelresektionen, kieferorthopädische Befundung und Behandlung von Zahnfehlstellungen, sowie Kieferfrakturbehandlungen mittels speziellen Drahtcerclagen, Kunststoffschienungen und chirurgisch eingesetzten Implantaten an.

Zahn Hund

Der Zahngesundheit unserer Hunde schenken wir besondere Aufmerksamkeit, denn die Zähne sollen ein Leben lang halten. Angefangen vom Zahnwechsel der Milchzähne zum permanenten Gebiss, der Beurteilung und Korrektur angeborener oder erworbener Zahnfehlstellungen, der fachmännischen Versorgung beschädigter und frakturierter Zähne, über die Prophylaxe durch Zahnreinigung und Zahnsanierung zur Gesunderhaltung des Zahnfleisches und Zahnhalteapparates, arbeiten wir täglich in der "Höhle des Hundes".

Ein persistierendes Milchzahngebiß über den 6. Monat hinaus, führt meist zu Fehlstellungen der permanenten Zähne, die nicht orthognathe Gebißstellung zu einer verstärkten Zahnsteinbildung und Erkrankung des Zahnhalteapparates. 

Traumatische oder hypoplastische Schmelzdefekte früh zu behandeln, hilft den vitalen Zahn zu schützen und zu erhalten.

Frakturen der Zahnkrone und zu hohe Abrasion der Zahnspitze können zur Freilegung des Zahnnerven und zur Eröffnung des Zahnwurzelkanals führen. Bei frischen Verletzungen und zeitnaher Versorgung des Zahnes können wir den Zahn vital erhalten. Ist der Zahnnerv infiziert oder devital können wir die Funktion eines Zahnes durch eine Endodontie erhalten.

Angeborene oder erworbene Kiefer- und Zahnfehlstellungen, traumatische Zahnavulsionen und Kieferfrakturen können wir mittels Kunststoffschienungen, Cerclagedrähten, Titan-Implantaten oder im Zahnlabor gefertigten Apparaturen behandeln und zu einem funktionellen Ergebnis führen.

Unerkannte Zahnfrakturen können zu apikalen Zahnwurzelabszessen führen, die als streuende Keimherde fungieren und andere Organsysteme schädigen. Bei längerem Bestehen einer solchen Zahnwurzelerkrankung sind ausgedehnte Kieferknochennekrosen mit Beteiligung der Oberkieferhöhle und Nasenhöhle möglich. Frühzeitige Zahnwurzelresektionen oder Zahnextraktionen vermeiden Schmerzen und  Komplikationen.

Zahn Katze

Die häufigste Zahnerkrankung unserer Katzen ist die TR (tooth resorption), auch als FORL (Feline Odontoklastische Resorptive Läsion) bezeichnet. Es handelt sich um eine pathologische, nicht beeinflussbare Auflösung der Zahnsubstanz von Grad I-III bei der Katze, die mit schmerzhaften Entzündungen des Zahnfleisches und umgebenden Knochens einhergeht. Röntgenaufnahmen lassen auch erkrankte Zähne mit Resorptionen im Zahnwurzelbereich und vertikalem Knochenabbau erkennen, die anhand ihrer noch intakten Zahnkrone unauffällig erscheinen. Sobald mit Grad III eine Eröffnung der Pulpa ("Nerv") vorliegt, besteht eine hohe, darstellbare Schmerzhaftigkeit durch den freiliegenden Zahnnerv, die von den meisten Katzen still ertragen wird und nur selten zu Futterverweigerung führt.

Die notwendige Behandlung fortgeschrittener Läsionen besteht in der vollständigen Extraktion des Zahnes inklusive nicht resorbierter Wurzelanteile. Wurzelbehandlungen und Füllungen an solchen Zähnen sind nicht vertretbar, da die Läsionen im Wurzelbereich beginnen und diese Region von der Füllung nicht erfasst werden kann. Im Sinne einer Prophylaxe sollte eine gute Mundhygiene dazu dienen, die Entstehung von TR = FORL durch Entzündungen nicht zu begünstigen. Eine medikamentelle Behandlung von Anfangsstadien im Rahmen einer Normalisierung des Calcium-Phosphor-Haushaltes ist in Erprobung.

Traumatische Kiefergelenksluxationen, Kieferfrakturen und Zahnavulsionen behandeln wir erfolgreich mit Hilfe der Caninusverblockung, Kunststoffschienung und Cerclagedrähten. Zahnfrakturen, insbesondere zum funktionellen Erhalt der Fangzähne, können ebenso endodontisch versorgt werden wie dargestellt.

Zahn Heimtier / Nager

Eine Besonderheit unserer Kaninchen, Meerschweinchen und Nager ist das lebenslängliche andauernde Wachstum der Zähne. Durch das lange Kauen harter Gräser werden die Zähne entsprechend abgenutzt, bleiben scharf und werden nicht zu lang. Kaninchen und Meerschweinchen sind von Natur aus Grasfresser und müssen, um gesund zu bleiben, sehr rohfaserreich und verhältnismäßig nährstoffarm ernährt werden. Neben gutem Heu, dem sommerlichen „Weidegang“ auf der Wiese und frischem Wasser, gehört jeden Tag frisches Grünfutter zur artgerechten Ernährung. 

Für die Entstehung der häufigen Zahnfehlstellungen sind neben genetischen Faktoren überwiegend Fütterungsfehler veranwortlich. Entscheidend ist die Reibung der Zähne aufeinander beim Kauvorgang. Durch Fehlstellungen der Zähne kommt es nicht mehr zum gleichmäßigen Abrieb der Backenzähne und es entstehen Zahnspitzen und -kanten (Treppenbildung). Da die Zähne stets weiter wachsen, verstärkt sich die Kantenbildung und es folgen Verletzungen der Backenschleimhaut oder der Zunge. Bei der Brückenbildung der Unterkieferbackenzähne kann das Tier die eingeschnürte Zunge kaum noch bewegen und die Futteraufnahme wird unmöglich. Ober- wie Unterkieferzähne beginnen retrograd in den Kiefer zu wachsen, lockern sich und bilden durch einwandernde Bakterien Zahnwurzelabszesse. Auch zu lang gewachsene Schneidezähne können auf diese Art erkranken und eine Futteraufnahme unmöglich machen.

Eine frühzeitige umfassende Behandlung kann Ihrem Tier helfen, fortgeschrittene Erkrankungen sind hingegen nur schwer heilbar. Deshalb ist die tierärztliche Kontrolle der Zähne und die frühe Korrektur von Zahnfehlstellungen eine entscheidende Gesundheitsvorsorge.